latest Post

Über mich

#S H O R T F A C T S

• Juls, fast 25 Jahre alt, lebt in Berlin
• Freie Schriftstellerin seit Dezember 2012
• studiert schon eine Weile per Fernstudium Kreatives Schreiben
• arbeitet nebenbei als Korrektorin, verdient ab Januar 2018 noch Geld als Verkäuferin (ja-ha, trotz social anxiety, ich bin Wonder Woman!)
• macht neben dem Schreiben dumme Musik, quält Photoshop und tobt sich in einem Harry-Potter-RPG-Forum aus
• ein Serienjunkie
• zu sehr hormonellen Zeiten sieht sie sich Kochshows an und weint dabei ein bisschen (#foodemotional)
• hat eine Affinität für Studyblrs. Wäre gerne selber ein Studyblr. Hat nicht die Muße, ihre Unterlagen wie ein Studyblr schick zu machen
• kauft gerne Socken


Ich stelle mich nicht mitten in den Raum und sage: "Hier bin ich". Und immer wenn jemand sagt, er liest mein Buch, will ich ein kleines bisschen in mir selbst versinken. Das heißt, ich kann mich schlecht verkaufen, aber ich bin auch zu stolz, um ungelesen zu bleiben. Ich möchte dringend mit dir über meine Bücher reden, aber ich kann den Augenkontakt nicht ertragen und ich fühle mich immer, als würde ich über ein Thema sprechen, von dem ich keine Ahnung habe. Als wäre ich nicht der Experte, was meine eigenen Bücher angeht. Als gehörten sie nicht mir, sondern dem Leser. Ich will, dass du deine Erfahrungen machst, ich will sogar ein Teil davon sein, aber schiebe trotzdem lieber meine Charaktere vor.

Irgendwie habe ich immer erwartet, dass Menschen entweder wissen wer ich bin oder es nicht wissen wollen. Ich stelle mich ungern vor, ich bin das komische Ding, das am Rande steht und seltsam winkt oder darauf wartet, dass sich alles von allein fügt, dass Leser mein Buch kaufen, selbst wenn ich nicht wie ein Geier darüber wache, ob sie es lesen; auch wenn sie über mich nicht das Geringste wissen. Ich denke manchmal sogar, dass es besser ist, wenn mich ein Leser nicht kennt. Menschen, die mich gut (zu gut) kennen und meine Geschichten lesen, ziehen immer unnötige Parallelen zwischen Fiktion und Realität. Sie sehen mich darin. Mein Bruder sagte vor Kurzem, als ich ihn um eine Erstlesermeinung zu #SieSagen bat: "Ich weiß nicht, ob ich es lesen kann, ich kenne dich mittlerweile zu gut." Wir schreiben regelmäßig eMails, wir sind einander vertraut, wir sind oft unterschiedlicher Meinung aber in moralischen Fragen haben wir ähnlich ausschlagende Kompässe. Er ist mein Bruder. Er will nicht alles wissen und er denkt, er würde zu viel von mir sehen, wenn er meine Geschichten liest.
Das macht mir bis heute Angst, auch wenn ich gerne so tue, als wäre mir das egal. Es stimmt, es steckt viel Unterschwelliges von mir in meinen Geschichten. Es fängt mit der introspektiven Sicht meiner Charaktere an, mit ihrer Art, die Welt um sich herum auf Zehenspitzen zu betreten, Charaktere, der lieber schleichen statt zu stampfen -- sie fürchten sich. Selbst furchtlose Charaktere fürchten sich vor etwas, selbst jene sind von der Angst durchzogen, die ich immer wieder thematisiere. Weil sie in meinem Leben omnipräsent ist, weil sie sich durch alles zieht wie ein Riss durch eine Leinwand.

Die Frage ist: wer bin ich und wer sind meine Charaktere? Oberflächlich gibt es nicht viel über mich zu sagen, fürchte ich. Ich heiße Julia, das ist ein Name wie eine Blume aber ich fühle mich immer eher wie ein Pilz (und deswegen nenne ich mich auch seltener Julia und eher Juls), ich wurde am Tag der drei heiligen Könige im Jahre 1993 geboren, ich habe drei Brüder, bin die Jüngste und das einzige Mädchen. Ich wuchs in der Nähe der Ostsee auf, in einer kleinen Gemeinde im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns. Ich sage gern, dass ich an der Ostsee gelebt habe, aber eigentlich waren wir eher Fluss-, Matsch-, Berg- (oder eher Hügel) und Tal-Kinder. Ich ging zur Schule bis ich es eben nicht mehr ging, ich hab hier und dort was ausprobiert und blieb nirgends hängen, außer beim Schreiben.
Mittlerweile lebe ich in Berlin, ich hab mich in die Stadt schockverliebt, ich schreibe über diese Stadt und über Themen wie Homosexualität, Kindheitstraumata, Verlustängste und Weltschmerz. Mich nennt man einen Genre-Hopper. Angefangen habe ich mit Science-Fantasy, dann probierte ich mich in der Contemporary-Fantasy aus, machte einen Abstecher in die lesbische Liebes-Roman-Sparte, weiter ging's mit Dark Fantasy ... und jetzt habe ich vor wenigen Wochen einen zeitgenössischen Roman abgeschlossen. Ich tobe mich gerne aus. Jedes Projekt muss anders als das davor sein.
Ich schreibe, um mich selbst ein wenig loszuwerden und ein bisschen mein Denken auszuloten. Ich schreibe viel, nicht nur Bücher, auch RPG, vornehmlich in der Harry Potter Welt (denn ja, ich bin anscheinend ein Potterhead), ich schreibe Tagebücher, Kalender und Listen, ich schreibe jeden Tag frei, ich schreibe an Whiteboards und auf Quittungen, auf Servietten und bekritzle die leeren Rückseiten von Visitenkarten.
Ich habe bis zum heutigen Tage neun Veröffentlichungen herausgebracht, davon sieben Romane und zwei Kurzgeschichten. Acht dieser Veröffentlichungen sind im Selbstverlag erschienen -- Fuchsnacht hingegen kam August 2017 im Drachenmond-Verlag heraus. Es ist mein erstes Verlagsbuch und auch der Grund, weshalb ich versuche, mehr Augenkontakt zu machen. Ich hab das ein bisschen aus den Augen verloren, ich hab gedacht, ich könnte einfach ein wenig versteckt bleiben. 2018 will ich das anders machen, will präsenter sein, auch wenn ich immer ein klein wenig dazu neigen werde, zu fliehen und etwas eben nicht zu zeigen.
Manchmal ist es schwer, Autoren kennenzulernen. Das Problem ist mir ebenfalls, als (frenetischer) Konsument, gut bekannt. Autoren schieben gerne das Marketing vor sich wie einen Schutzwall. Entweder biedern sie sich nur an oder sie zerhacken einfache Konzepte in Einzelteile, fleischen ein wenig sich und ihr Leben aus, aber sie schieben das auch zwischen sich und den Leser. Autoren wollen immerhin, dass sie real wirken, aber nicht zu real. Sie brauchen auch ihre Rückzugsorte, sie brauchen ihr Leben, das eben nicht wie auf einem Instagram-Foto aussieht. Ich denke, das brauchen wir alle, natürlich nicht nur Autoren, auch wenn ich hier explizit nur von jenen schreibe.
Wir alle benutzen gerne mal Filter.
Es ist also schwer für mich, zu sagen, wer ich bin. Denn wer ich bin ist doch eigentlich nicht das, was ich mache oder das, was eben nicht. Ich denke immer, ich will, dass es zwischen den Zeilen mitschwingt, dass man mich auf diese Art und Weise kennenlernt. Aber vielleicht funktioniert das nicht so. Vielleicht ist das eine Sicherheitsblase, die ich um mich herum aufgebaut habe.

Ich bin, in einem Wort: 

schüchternverklemmtironischpanischharmoniesüchtigverhaltenaberaufgedreht-Juls. Ich denke ein bisschen zu viel, ich packe zu viele Füllwörter in Sätze, versuche sie damit weich zu klopfen, das ist ein Problem. Es freut mich, dich kennenzulernen. Und wer bist du?

1 SEKTSCHALE(N) MIT HIMBEEREN:

  1. Hallo Julia,
    ich hatte dich ein bisschen aus den Augen verloren und freue mich umso mehr, was du in dieser Zeit alles geschafft hast! Es gibt Teil 2 und 3 von Old Souls! WoW! Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht und hoffe, dass ich bald dazu komme, beide Folgebände zu lesen. Schreibst du derzeit am Teil 4? Deine anderen Bücher muss ich mir auch mal näher anschauen. Vielleicht ist da auch was für mich dabei...
    Ich wünsche dir viel Schaffenskraft und bis bald mal wieder.
    GlG vom monerl

    AntwortenLöschen

Was sagst du dazu?